Neulich auf dem Schreibtisch...

...fand sich doch tatsächlich eine Horde Seiltiere zu einem Wettschnecken ein!

Verblüfft, doch durchaus fasziniert, gelang es mir, diese ungewöhnliche Szene in Bildern festzuhalten.
Wie man auf dem obigen Bild gut erkennen kann, zeigen diese Tiere deutliche Verhaltensweisen der hierzulande wohlbekannten Gastropoda aus dem Stamm der Weichtiere. Unter anderem die Fortbewegungsmethode, die, mangels besserer Ausdrücke, nur als Kriechen bezeichnet werden kann, sowie Fühler und ein gewundenes Gehäuse.


Einige Unterschiede ließen sich nach längerer Beobachtung doch feststellen, beispielsweise das auffällige Fehlen des kriechvorgangunterstützenden Schleims, der es einheimischen Schnecken durch seine kleberartigen Eigenschaften ermöglicht, auch Wände empor zu kriechen.
Ungewöhnlich auch die fehlenden 3. und 4. Fühler und das oben benannte Wettkampfverhalten.

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Eine in Schneckenrennwettkämpfen durchaus bekannte Verhaltensweise ist das größtenteils vorhandene Desinteresse am Wettkampf, darum ist es in diesem Fall erwähnenswert, dass sich gerade mal eine einzige Schnecke nicht auf den Wettkampf eingelassen hat.


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Bei allen Anderen war jedoch klar ersichtlich, welches Ziel sie verfolgten. Zielstrebig und erwartungsgemäß langsam krochen die restlichen Seilschnecken in ihrer Bahn auf das Ende des Tisches zu.
Nach dem Ende des Wettkampfes fanden sich alle Teilnehmer zu einem, wie es schien, Gruppenfoto zusammen - eine Gelegenheit, die ich natürlich nutzen musste.


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Erstaunlicherweise gelang es hierbei einer Schnecke, auf die Gehäuse ihrer Gefährten zu kriechen.



Beim Beobachten dieses Schauspiels muss mir wohl ein Laut der Überraschung über die Lippen geschlüpft sein, jedenfalls wurden sie kurz nach diesem Bild auf mich aufmerksam.
Sie zeigten keine Anzeichen von Angst, vielmehr große Neugierde:


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Ich habe den Seilschnecken, die nach kurzer Zeit sehr zutraulich wurden, angeboten, in der Werkstatt bleiben zu können und versuchte, ihnen ein angenehmes Plätzchen einzurichten. Ob es ihnen gefallen hat, werde ich bald herausfinden.

Es ist noch festzustellen, ob es sich bei dieser bisher noch unbekannten Art um eine Mutation der einheimischen Gastropoda handelt, oder es eine gänzlich neue Klasse der Schalentiere zu erforschen gilt. Dafür werde ich mich wohl demnächst mit einem Spezialisten diesen Gebietes in Verbindung setzen und halte euch natürlich über alle neuen Erkenntnisse auf dem Laufenden!